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4.Lieder vom
untergang einer stadt:



Für jedwede An- als auch Aufregungen bin ich mir nicht zu schade:

EMAIL: benjamin@rischer.com

 
1.
untergang einer stadt

von den fabriken uranus horden
    packte der sturm die strassen
        mit grauen staubzungen

streckte doch stemmiger kalte verstecke
    riss jenen rau aus ecken
        mit schaalen windseilen

sturm aus verfluchung wandernde wildnis
    fror der traum die front
        der letzten staustufe

kahl und verwundet vor fremder verfluchung
    flocht man den schutz in nieschen
        verbrüdert schluchteinsam

da wurde ausgerufen aus sirenen:
    grundbauverwüstung und rodende augen
    schaumkronenflüche und fingernde strecker
    augenbenetzung mit blassen gerüchten
    von strasse zu strasse
    von zeile zu zeile
    von hinterhof zu hinterhof
    von autobahntunnel zu autobahntunnel
    zog der rauch an lungenraupen

als die ebene kippte
    hielt ich mich an einer littfasssäule
        mochte die stadt auch absinken

und die hunderten fenster
    schütteten in eine strassengrube
        schaumige tusche untiefen
 
 

2.
abhang einer stätischen landschaft

vom grauen morgenschiefen taumel
renkt schon die nachverträumte tierchenmaske
und schwingt die karge sprachgrimasse
auf in den teich aus schwanenschwankendem gelächter
der bogen grauen vorstadtbrockens

vor schatten ausgeflochtnen raumes
flog schon die vogelbrüche ausgezehrte
beschützt im tau der abgestürtzten
noch traum vor bleicher schillerrinde balkenmasse
synthetik feiner spinnentänzer

so trieb die schau in schaumverstossnes
trieb nacht durchs schaufelrad der zeichner
und rieb die flutentiefe wende
bruch in die schlundbestückten rankende rotoren
der tauchgang aller schräg verstossner

schlang runter rund schlang bauchfeilfremd
nach rank mir altverstaute grundverdächtnis
und traf mich lodernd rundgetrieben
schrot aus dem blau firn kannentief geschöpfter bilder
dies pfeilscharf öden vorstadtpfeilers

aus vorstadtstrassen traten bäche
flosstrunk die aufgebäumten balkenräder
nach wirbelschaum und lärmkontrasten
auf noch an bort der wellenbröckelnden gebäude
verschlungen in die treibgutmärchen

so kröpft die stadt von ost nach westen
fällt über wildvertäute lachgrimassen
vertaut die zeit in totemscheiteln
träumt unter schlaf die menschendrähte schattennieschen
verloren in der zeitzerlösung
 



 

3.
mit hundeshorn gekratzt

mit hundeshorn gekratzt aus dem gesteinstrog
unbegreiflich geschnitzte gedankenfalte
freigeschaufelt auch dieses gehöft an der schlucht
ferngeschaufelt auch dieses gesicht auf dem steg

nach lippensenken nagt über gebälksstoss
nie gebrochene gerunzelte wagenspuren
irre suchten die schreiber meandernder flucht
irre suchten die reisser die schwankende furcht
 
 

4.
trugbilder

war es zu ungeheuerlich ausgewildert
der gesunkene garten verfallner ideen
schroff umbarg uns die zeit mit getrümten
sekunden zu schaufeln mein blick und dein herz

kehr war die zeit in rauchendes lot getroffen
die stürmische umkehr der qualmenden väter
tunnelschacht darinn augenbestohlen
gesichter gekippt mit den scheiteln auf zorn

so blieben wir an venusfremdlings gestirnen
verhangene netze durch kargheit vertaut
runder ruhnengebildetes trugbild
war traurig hinab durch die strassen gekippt

auch unser teuer falkengesporntes falken-
überträufelt mit flugunterbergung und stauen
sprachziel zeitlos verlohr das gerinnen
verlorenes blieb uns traumstill noch ein trost